29:19 Sieg gegen Oldenburg
Die besten und aufregendsten Aktionen kamen in der ersten Spielhälfte wahrscheinlich von den Leverkusener Cheerleadern, den Wildcats. Auch wenn die Leverkusener Handballerinnen ihr letztes Bundesligavorrundenspiel gegen den VfL Oldenburg mit 29:19 (12:10) gewinnen konnten, sahen die Zuschauer in den ersten dreißig Minute zumindest auf Leverkusener Seite eine schwache Partie. „Es hat ein paar passende Worte in der Pause gegeben“, bestätigte auch Leverkusens Trainerin Renate Wolf. „Wir hatten innerhalb weniger Tage zwei Spiele ohne große Bedeutung, da ist es natürlich schwer, immer Volldampf zu fahren, das geht einfach nicht, man kann die innere Spannung dann nicht immer gleich hoch halten.“
Die Spannung war aber immerhin so groß, dass es den Leverkusenerinnen in der zweiten Spielhälfte dann doch gelang einige sehenswerte Spielzüge aufs Parkett zu zaubern. Zu Beginn der Begegnung war es nur Nadine Krause, die schon wach zu sein schien und so erzielte die Nationalspielerin die ersten fünf Leverkusener Tore. Die Partie war zunächst ausgeglichen, die stark ersatzgeschwächten Oldenburgerinnen konnten sehr zur Freude ihres Trainers ordentlich mithalten und gingen nach zwanzig Minuten sogar in Führung. Noch vor dem Halbzeitpfiff konnte Bayer das Blatt jedoch wieder wenden und mit einer knappen Führung in die Kabine gehen um sich die bereits erwähnte Standpauke abzuholen. Während in der ersten Hälfte die Fehlerquote beim Verwandeln der 100prozentigen Chancen viel zu hoch war – wie auch die beiden verworfenen Siebenmeter belegen – überzeugte Bayer danach mit einigen schönen, schnellen und vor allem gnadenlos versenkten Tempogegenstößen.
Neben Nadine Krause, die fast schon gewohnt souverän spielte und traf, verdiente sich wiederum Michaela Seiffert ein Extralob ihrer Trainerin. Krause darf sich zudem über eine Nominierung bei der Wahl zur Welthandballerin des Jahres freuen. Zusammen mit Krause wurden 8 weitere internationale Handballerinnen vom internationalen Handballverband nominiert. Trotz der schlechten Leistung zu Beginn nahm Wolf ihre Spielerinnen in Schutz: „Ich habe meine Mannschaft natürlich auch kräftig durcheinander gewirbelt und immer Neues ausprobiert.“ Ein Wehmutstropfen war für die Leverkusenerinnen sicherlich die Verletzung von Diane Roelofsen, die sich nach nicht einmal zwanzig Minuten am Knöchel verletzte. Wolf hofft, dass die Verletzung vielleicht doch nicht so schlimm ist, wie es zunächst aussah. Röntgen- und Kernspinaufnahmen werden erst einmal Aufschluss darüber geben.
TSV Bayer 04: Englert, Woltering – Krüger (1), Krause (11/4), Ahlgrimm (1), Müller, Seiffert (6), Neukamp (3), Fillgert (4), Roelofsen, Glankovicova (2), Loerper (1), Byl, Bohrmann
Autor: Claudia Becker / Rheinische Post