Der Titel soll endlich wieder nach Leverkusen
Wie im vergangenen Jahr stehen die Handballdamen von Bayer 04 Leverkusen im Finale um die deutsche Meisterschaft. Doch nach den beiden Duellen gegen den 1. FC Nürnberg (Hinspiel am Samstag, 19.30 Uhr, Ulrich-Haberland-Halle) soll diesmal mehr zu feiern sein, als „nur“ die Vizemeisterschaft.
Exakt 20 Jahre nach dem letzten Titelgewinn will das Team die 13. Meisterschaft an den Rhein holen, sagt Trainerin Renate Wolf: „Wir haben bisher im Endeffekt nicht mehr erreicht als im vergangenen Jahr auch und deshalb muss jetzt das letzte Quäntchen noch drauf. Wir werden alles dafür geben und versuchen genau die Leistungen abzurufen, die wir gegen Leipzig aber auch in den Europapokalspielen gezeigt haben.“
Vor dem Hinspiel (Samstag, 19.30 Uhr) in der heimischen Ulrich-Haberland-Halle steigt die Anspannung im Team und scheinbar auch die Vorfreude bei den Fans. Bereits seit Mittwochvormittag gibt es für die Partie keine Karten mehr und so werden am Samstag über 800 Zuschauer erwartet. „Das ist der Wahnsinn, was hier momentan passiert. Wir könnten locker in eine größere Halle gehen, aber wir bleiben in unserem Wohnzimmer. Wir freuen uns alle auf die super Stimmung und hoffen, dass die Fans uns die zusätzlichen Kraftreserven geben werden, die wir brauchen, um eine gute Ausgangsposition zu erspielen.“, fiebert Renate Wolf dem Hinspiel entgegen.
Der Gegner, der 1. FC Nürnberg schaltete im Halbfinale ganz souverän den Tabellen-Vierten Trier aus und scheiterte kurz zuvor im Pokal-Endspiel denkbar knapp im Siebenmeterwerfen gegen den HC Leipzig. Diese zwei Fakten sollten Warnung genug sein, meint Renate Wolf: „Das ist ein Klasseteam mit viel Erfahrung und sicherlich keine leichte Aufgabe. Die Chancen stehen 50:50. Für uns wird es wichtig sein, dass wir mit derselben taktischen Disziplin und mit derselben Abwehrleistung wie im Halbfinale gegen Leipzig auftreten, dann können wir auch gegen Nürnberg bestehen.“
Noch offen ist, ob Sabrina Neukamp am Samstag spielen kann. Die Nationalspielerin hatte unter der Woche erneut Rückenbeschwerden und musste zeitweise mit dem Training aussetzen. Keine Probleme gibt es dagegen bei Yvonne Fillgert, die nach ihrem Muskelfaserriss überraschenderweise bereits im Halbfinal-Rückspiel in Leipzig wieder mitspielen konnte und dort vier Treffer zum Sieg beisteuerte.
Autor: Christian Schulze