Diane Roelofsen – Das Herz schlägt für die 1. Liga

Bis zum Ende der Saison verstärkt die 31-jährige Diane Roelofsen das Bayer Team. Die Kreisläuferin, die zuletzt für den VfL Wolfsburg in der zweiten Liga spielte und bei den Erstligisten Nürnberg und Lützellinden unter Vertrag stand, verfügt als holländische Ex-Nationalspielerin über einen Erfahrungsschatz von sage und schreibe 212 Länderspielen.
Wir sprachen mit dem Neuzugang von Renate Wolf über neue Herausforderungen und die Liebe zum Handball.
 
Diane, in der Saison 1999/2000 hast Du ja schon mal das Bayer Trikot getragen.


Roelofsen: Ja, das stimmt. Seit Januar 2000 habe ich ein halbes Jahr bei Bayer gespielt. Ich kam mit fünf Teamkollegen aus der niederländischen Nationalmannschaft nach Leverkusen. Zu dieser Zeit gab es bei Bayer viele verletzte Spielerinnen. Für uns ideale Voraussetzungen, da wir hier, im Gegensatz zu Holland, einen ganz anderen Druck hatten, als nur mit der Nationalmannschaft zu trainieren. Das war eine schöne Zeit und ich freue mich, nur wieder hier zu sein.

Bis 2005 warst Du für die Niederlande als Nationalspielerin aktiv und hast bei Deinem letzten Einsatz auf der WM in St. Petersburg den fünften Platz belegt. Jetzt kommst Du vom Zweitligisten Wolfsburg nach Leverkusen. Nicht gerade ein alltäglicher sportlichen Werdegang, oder? 

Roelofsen: Ich habe elf Jahre für die niederländische Nationalmannschaft gespielt, eine lange Zeit, die mit St. Petersburg toll endete. Da mein Ehemann Robert als Co-Trainer unter Klaus Augenthaler beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg unterschrieb, kam für mich als Handballerin aus Leidenschaft nur die dortige zweite Liga in Frage. Renate Wolfs Angebot kam schon sehr überraschend für mich.

Wie kam es dazu?

Roelofsen: Nach meiner aktiven Zeit in Leverkusen ist der Kontakt zu Renate nie abgerissen. Als sie mir das Angebot machte, dachte ich, wieso eigentlich nicht? Nach einem halben Jahr in der zweiten Liga, ist es eine schöne Herausforderung, wieder ein Team zu verstärken, das echte Chancen auf die Deutsche Meisterschaft hat. Außerdem ist mein Handballherz immer noch viel zu groß, um nur in der zweiten Liga zu spielen.

Wie groß ist für einen Profi wie Dich der Unterschied zwischen erster und zweiter Liga?

Roelofsen: Sehr groß! Wolfsburg ist erst seit einem Jahr in die zweite Liga aufgestiegen – das ist ein ganz anderer Anspruch als hier in Leverkusen. In der ersten Woche war ich so richtig schön platt nach dem Training. Bei Bayer wird viel mehr Kondition und ein viel höheres Tempo gefordert – eine echte Herausforderung und eine tolle sportliche Chance, genau nach meinem Geschmack. Mit meiner Erfahrung weiß ich auch worauf es ankommt.

Wie haben Dich Deine neuen Team-Kolleginnen aufgenommen?

Roelofsen: Alle haben mich prima aufgefangen! Yvo Fillgert und Lyn Byl kenne ich ja auch noch aus meinen ersten Zeiten hier. Es macht viel Spaß, ein Teil dieses professionellen Teams zu sein.

Wie handelst Du das Pendeln zwischen Wolfsburg und Leverkusen?

Roelofsen: Derzeit ist mein erster Wohnsitz noch in Wolfsburg. Dienstags bzw. mittwochs komme ich dann nach Leverkusen, absolviere das Training mit der Mannschaft und bleibe dann bis zum Spiel. Glücklicherweise steht mein Mann voll und ganz hinter mir und zeigt absolutes Verständnis für  meinen sportlichen Ehrgeiz.


Autor: Heidi Habicht
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