Göppingen verliert erneut knapp gegen Leverkusen

Die Frauen von Frisch Auf Göppingen haben im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen eine 26:28 (13:14) Heimniederlage hinnehmen müssen. Wie bereits im Hinspiel verlief die Partie zwischen den abstiegsgefährdeten Schwäbinnen und den Werks-Elfen über weite Strecken ausgeglichen. Erst in der Schlussphase konnten die Rheinländerinnen, die in Nadine Krause (11) ihre beste Torschützin hatten die Partie für sich entscheiden. Für Göppingen traf Jessica Schulz (9/2) am häufigsten ins Leverkusener Tor.

Wie bereits im Hinspiel tat sich Favorit Leverkusen schwer mit dem Team von Frisch Auf Göppingen. Michaela Seiffert hatte die ersten beiden Führungen der Gastgeberinnen ausgeglichen und Nadine Krause brache in der sechsten Minute den Vizemeister beim 3:2 sogar erstmals in Führung. Göppingen zeigte sich vom ersten Rückstand aber keineswegs beeindruckt, Vojtiskova sorgte beim 4:3 für die erneute Göppinger Führung. Beim Stande von 5:6 gerieten die Göppingerinnen dann in Unterzahl und trotz eines Treffers von Simona Munteanu zum zwischenzeitlichen 6:7 schien sich der Favorit nun absetzen zu können. Nadine Krause und Denisa Glankovicova bauten die Führung der Leverkusenerinnen auf 6:9 aus, doch bereits beim 9:10 hatten die Hausherrinnen den Anschluß wiederhergestellt.

"Es sah ganz so aus, als hatten einige doch einen Selbstläufer erwartet, der es nun wirklich nicht wurde. Möglicherweise hatte diese Vorstellung auch mit Karneval zu tun", erklärte Renate Wolf nach dem Spiel, ohne jedoch näher auf den letzten Teil dieser Aussage eingehen zu wollen. Auch ihre Auszeit bei einer knappen 11:10-Führung weckte ihre Mannschaft aber nicht auf. Eine Überzahlsituation verstrich nun ungenutzt und auch ein Doppelschlag von Nadine Krause zum 14:11 brachte nicht die erhoffte Sicherheit. Angefeuert von den heimischen Fans kämpften die Gastgeberinnen verbissen und schafften durch zwei von Martina Fritz verwandelte Strafwürfe bis zum Seitenwechsel den Anschluß zum 14:13.

Per Siebenmeter baute Anna Loerper den Vorsprung des Favoriten nach Wiederbeginn auf 15:13 aus, doch Simona Munteanu und ein Doppelschlag von Jessica Schulz ließen die Führung wieder auf die Seite der Gastgeberinnen wechseln. Göppingen bestimmte nun das Spielgeschehen, lediglich die starke Clara Woltering im Tor verhinderte mit ihren Paraden, dass Leverkusen deutlicher in Rückstand geriet. Gute Noten verdiente sich auch Lena Knipprath, die die verletzte Sabine Englert vertrat. Zu Siebenmetern rückte die eigentlich für die Regionalligamannschaft der Werkself spielende Torfrau zwischen die Pfosten und hielt gleich drei davon. "Ohne die beiden hätte es auch anders aussehen können", so Wolf.

Einer dieser drei gehaltenen Siebenmeter ermöglichte Leverkusen beim 21:20 durch Anna Loerper wieder die Führung zu übernehmen. Simona Munteanu gelang zunächst der Ausgleichstreffer, doch auf der Gegenseite musste die Göppingerin dann für zwei Minuten vom Spielfeld. Glankovicova und Seiffert warfen den Favoriten mit 23:21 in Führung, Leverkusen nahm nun den Kampf an. Zudem machte sich eine Umstellung von einer 3:2:1-Deckung auf eine 6:0-Variante bezahlt. "Von da an stand auch die Defensive so, wie ich mir das vorstelle", so Renate Wolf nach Spielende. Bis zum 24:23 hielten die Göppingerinnen aber noch den Anschluß.

Mit Nadine Krause und Denisa Glankovicova sorgten die beiden besten Leverkusener Feldspielerinnen dann dafür, dass sich der Favorit auf 26:23 absetzte. Zusammen erzielten die beiden Leverkusenerinnen siebzehn Treffer und vor allem Glankovicova überraschte dabei. Die Slowakin kam nach den Ausfällen der beiden etatmäßigen Rechtsaußen Sabrina Neukamp und Claudia Bohrmann auf ungewohnter Position zum Einsatz und war ein ständiger Unruheherd. Fünf Minuten waren noch zu spielen, Hagen Gunzenhauser nahm seine Auszeit und drei Minuten später hatten Martina Fritz und Katrin Schröder Frisch Auf wieder herangeworfen.

Die routinierten Leverkusenerinnen ließen sich den Sieg aber nicht mehr nehmen, Glankovicova sorgte für einen weiteren wichtigen Treffer. Auf der Gegenseite erhielt Jessica Schulz ihre dritte Hinausstellung und das 28:25 durch Yvonne Fillgert sorgte spätestens für die Entscheidung. Das 28:26 durch Katrin Schröder mit der Schlußsekunde war nur noch Ergebniskosmetik. "Ich bin letztendlich mit dem Ergebnis zufrieden, nicht aber mit unserer Leistung", meinte Renate Wolf abschließend.


Autor: Christian Ciemalla - hbvf.de
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