HC Leipzig nach Sieg in Leverkusen im Pokal-Viertelfinale
„Schade um die Auslosung. Beide Mannschaften hätten den Einzug ins
Finale verdient gehabt“, so Bundestrainer Armin Emrich zum heutigen
Achtelfinale des DHB-Pokals. Von Beginn an entwickelte sich eine offene
Partie, in der Leverkusen vor allem über die Flügel zum Erfolg kam.
Leipzig versuchte durch Anne Ulbricht den Ausfall von Ingrida
Radzeviciute zu kompensieren, doch die Rückraumspielerin agierte zu
Beginn glücklos, so dass sich Bayer auf 7:4 (9.) absetzen konnte.
HCL-Trainer Arvidsson überließ die Spielmacherposition der jungen
Francis Günthel und beorderte nun Kudlacz in den linken Rückraum. Die
Rheinländerinnen mussten sich zunächst auf diese neue Situation
einstellen und Leipzig schaffte durch Borges Mesquita und Kudlacz
zunächst den Anschlusstreffer, doch Ahlgrimm mit einem der wenigen
Rückraumtore und Neukamp per Tempogegenstoß stellten den alten drei
Tore Abstand wieder her.
Nach einer Viertelstunde jedoch häuften sich die Fehler im
Bayer-Angriffspiel, so dass die Sächsinnen nach vier Toren in Folge zum
ersten Mal mit 11:10 (20.) in Führung gehen konnten. Leverkusens
Trainerin nahm direkt eine Auszeit und Heike Ahlgrimm stellte prompt
den erneuten Ausgleich her, doch Leipzig hatte mit der offensiven
Abwehr der Werks-Elfen nur kurze Zeit Probleme und nutzte eine
Zeitstrafe gegen Lyn Byl, um sich auf 14:11 (24.) abzusetzen.
Nachdem Nora Reiche im Nachwurf auf 15:12 erhöht hatte, kam nun Anna
Loerper auf der Spielmacherposition zum Einsatz und Ahlgrimm versuchte
sich als drittes im rechten Rückraum, nachdem zuvor Glankovicova und
Seiffert teilweise unglücklich agiert hatten.
Nach einem erneut verpatzten Angriff erkämpfte sich Nadine Krause in
der Abwehr den Ball und schloss nach einem Doppelpass mit Loerper
erfolgreich den darauffolgenden Tempogegenstoß ab. Auch im nächsten
angriff war Krause erfolgreich und schaffte nach einem Durchbruch den
Anschlusstreffer zum 14:15, ehe Idalina Borges Mesquita den letzten
Treffer zum 14:16 Halbzeitstand erzielte.
Im zweiten Durchgang schien der HCL nach zwei Toren zunächst
den besseren Start zu erwischen, doch den Rheinländerinnen gelang es
prompt wieder den alten Abstand wieder herzustellen. Bis zum 20:22
(42.) pendelte der Leipziger Vorsprung stets zwischen zwei und vier
Toren. Vier torlose Minuten sahen die Zuschauer nun in der
Haberland-Halle, ehe Ahlgrimm vom rechten Flügel der erneute
Anschlusstreffer fiel.
Doch wie bereits beim letzten Aufeinandertreffen im November
wollte der Anschlusstreffer nicht gelingen. Stattdessen verlor Bayer im
Angriff die taktische Disziplin und der HCL bestrafte dies im Stile
einer Spitzenmannschaft und setzte sich auf 26:21 (50.) ab. Renate Wolf
nahm noch einmal eine Auszeit und beorderte nun wieder Sabine Englert
ins Tor.
Zunächst jedoch konnte Europameisterin Else-Marthe Sörlie-Lybekk mit
einem Heber die Führung ausbauen, ehe Bayer seine Aufholjagd begann.
Zwei Tore von Michaela Seiffert und drei Tore von Lyn Byl stellten
innerhalb von Minuten den Anschluss wieder her, ehe Nadine Krause drei
Minuten vor dem Ende der Ausgleich zum 27:27 gelang.
Auch eine zwischenzeitliche Auszeit von HCL-Trainer Arvidsson konnte
dies nicht verhindern. Schließlich war es wieder Sörlie-Lybekk, die vom
Kreis Sabine Englert überwinden konnte. Die beiden erfolgreichsten
Schützinnen bei den Messestädterinnen sorgten mit je einem Treffer dann
für die Entscheidung, ehe Loerper und Sorlie-Lybekk in der
Schlussminute den Endstand von 28:31 herstellten.
„Auf diese Mannschaft kann man nur stolz sein. Wahnsinn was die Mädels geleistet haben“, jubelte HCL-Manager Kay-Sven Hähner.
Autor: 03.01.2007 - Christian Stein - hbvf.de