Interview mit Nadine Krause zum ihrem Titel "Handballerin des Jahres 2006"
Die Leser des Magazins „Handballwoche“ haben sie wieder zur Queen gekürt: Mit 7.929 Punkten belegt Nadine Krause den ersten Platz bei der Wahl zur „Handballerin des Jahres“ – äußerst souverän vor Dänemark-Legionärin Grit Jurack (3.222 Punkte) und Trierer Mieze Maren Baumbach (1290 Punkte). Wir gratulierten der Bayer-Vorzeigespielerin im Interview.
Nadine, Glückwunsch zum Titel „Handballerin des Jahres 2006“ – und das zum zweiten Mal in Folge. Wie war Deine erste Reaktion darauf?
Krause: Es freut mich sehr, dass ich diese Auszeichnung nun – wie bereits im Jahr zuvor – wieder erhalten habe. Das ist eine große Ehre und ich möchte hier auch allen Fans, die mich gewählt haben, meinen herzlichen Dank aussprechen!
Würdest Du sagen, dass Du mit diesem Titel nun noch mehr aus der Bayer-Mannschaft heraus stichst?
Krause: Natürlich freue ich mich, dass meine Leistung anerkannt wird. Ich habe im letzten Jahr mein Potential konstant abrufen können und eine wirklich gute EM gespielt. Allerdings möchte ich betonen, dass ich alleine nichts schaffen kann – schließlich übe ich beim TSV Bayer 04 Leverkusen und auch als Nationalspielerin einen Mannschaftssport aus und dazu gehört eben mehr, als sich nur auf eine Person zu fokussieren.
Führst Du die große Teilnahme an der Wahl zur „Handballerin des Jahres“ auch auf die derzeit stattfindende Handball-WM zurück?
Krause: Meiner Meinung nach hat die WM-Euphorie erst vor zwei bis drei Wochen angefangen – da war das Voting bei der „Handballwoche“ ja schon so gut wie gelaufen. Darauf hatten die WM-Spiele wohl eher keine Auswirkungen.
Um noch einmal auf die WM zu sprechen zu kommen: Am Sonntag steht Deutschland im Finale gegen Polen in der Köln Arena. Dein persönlicher Tip?
Krause: Ganz klar: Jetzt werden wir natürlich Weltmeister! Was beim Fußball leider nicht so ganz geklappt hat, werden die Handballer schon richten… Die Jungs haben super gekämpft, phantastisch gespielt und somit eine Menge für den Sport getan, ihn populärer gemacht. Das Thema ist derzeit nicht nur in den Medien auf jeder Titelseite präsent, denn wenn man überall hört, dass die Leute mit der Nationalmannschaft von Spiel zu Spiel mitfiebert, ist das schon ein großartiger Erfolg für unseren Sport.
Glaubst Du, dass die vorherrschende WM-Euphorie sich auch auf den Frauensport übertragen lässt?
Krause: Ich würde mir sehr wünschen, dass durch das große WM-Interesse in Zukunft auch mehr Menschen Frauenhandball schauen – ob im TV oder in den Hallen. Das wünscht sich sicherlich jede Spielerin, denn schließlich ist es statistisch erwiesen, dass Handball nach Fußball auf Platz zwei der beliebtesten Sportarten steht.
Autor: Heidi Habicht