Interview mit Renate Wolf

Zum zweiten Mal hintereinander schaffte Bayer Leverkusen den Einzug ins Finale um die deutschen Meisterschaften. In einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels setzten sich die Rheinländerinnen gegen den HC Leipzig mit zwei Siegen durch. Nun wartet als nächstes der 1. FC Nürnberg. Renate Wolf stellte sich vor den Finalpartien den Fragen von hbvf.de.

Erst einmal Glückwunsch zum Finaleinzug. Was war in den Partien gegen Leipzig ausschlaggebend für den Erfolg?

Renate Wolf:
Wir hatten im Rückspiel zum einen die aggressivere Abwehr, aber auch die bessere Torhüterleistung auf unserer Seite. Wir waren letztendlich konsequenter im Spiel nach vorne und haben die taktische Disziplin nie verloren.

Ist es eine Genugtuung für die letztjährige Finalniederlage gewesen?

Renate Wolf:
Wir haben bis jetzt nicht mehr erreicht, als im letzten Jahr. Es tut gut, denn keiner hat damit gerechnet, dass wir gegen Leipzig weiter kommen.

Im Halbfinale überzeugten vor allem Sabine Englert und Nadine Krause. Beide verlassen den Verein am Ende der Spielzeit und wechseln ins Ausland. Ist der Abschied ein besonderer Motivationsfaktor in diesen Play-offs?

Renate Wolf:
Die ganze Mannschaft hat in Leipzig überzeugt und nicht nur diese beiden. Natürlich ist es für diese zwei etwas besonderes sich mit einem Titel zu verabschieden.

Nun folgt im Endspiel mit Nürnberg der Spitzenreiter nach Abschluss der Hauptrunde. Wie sehen Sie die Chancen auf den Gewinn der Deutschen Meisterschaft?

Renate Wolf:
Nürnberg hat mich die ganze Saison überzeugt. Sie sind ein super Team und immer gut eingestellt. Sie haben den Vorteil des Rückspielheimrechts. Dennoch sehe ich die Chancen 50:50.

Das Hinspiel in Leverkusen ist bereits im Vorfeld ausverkauft. Wie wichtig ist die Kulisse für den Erfolg der Mannschaft?

Renate Wolf:
Es ist ein Wahnsinn, was hier abgeht. Die Halle war schon am Dienstag ausverkauft. Ich hoffe, dass wir eine Riesenatmosphäre in der Haberland-Halle haben werden, die Mädels zu besonderen Leistungen beflügeln wird.

Mit welchem Polster würden Sie gerne zum Rückspiel reisen?

Renate Wolf:
Moralisch wichtig wäre für uns ein Sieg und mit dieser Zielsetzung gehen wir auch ins Spiel.

Welches sind Ihrer Meinung nach die entscheidenden Faktoren im Finale, welche Punkte muss Leverkusen umsetzen, um den Titel zu holen?

Renate Wolf:
Wir müssen so spielen, wie im zweiten Halbfinale. Aus einer aggressiven Abwehr heraus konsequent nach vorne spielen und stets die taktische Disziplin beibehalten. Natürlich wird auch die bessere Leistung auf der Torhüterposition entscheidend sein.

Vor der Saison lautete das erklärte Ziel für diese Spielzeit die deutsche Meisterschaft. Erhöht das den Druck auf das Team?

Renate Wolf:
Wir sind nun zwei Schritte davor und weil wir uns dieses Ziel uns selber gesetzt haben, empfinden wir dies nicht als Druck. Wir sind im EHF-Pokal sehr weit gekommen und nur gegen die starken Russinnen ausgeschieden. Wir wissen, was wir können und am Ende wird die stärkere Mannschaft den Titel holen.

Genau 20 Jahre ist der letzte Meistertitel für Leverkusen her. Welche Rolle spielen die Erfahrungen, die Sie damals als Spielerin gemacht haben?

Renate Wolf:
Ich habe viele Meistertitel für Bayer Leverkusen gewonnen und es war jedes mal ein richtig geiles Gefühl. Und genau dieses Gefühl, was ich damals empfunden hatte, versuche ich rüberzubringen, da das die ganz besondere Momente im Leben einer Sportlerkarriere sind.

Im letzten Jahr verzichtete Bayer trotz erfolgreicher Qualifikation auf einen Start in der Champions League. Würde Leverkusen in diesem Jahr das Startrecht wahrnehmen können?

Renate Wolf:
Für mich zählt vorerst nur der sportliche Erfolg. Wenn es dann soweit ist, werden wir das Thema an die dafür verantwortlichen Stellen weiterleiten. Ich hoffe, dass in der Sportstadt Leverkusen bald eine entsprechend moderne Sporthalle ist.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in den Finalpartien.

Autor: hbfv.de
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