Leipzig gewinnt Gipfeltreffen in Leverkusen und übernimmt Spitze

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Nora Lena Knipprath vertrat ihre Kolleginnen hervorragend - Foto: Christian Stein

In einer Neuauflage des letztjährigen Meisterschaftsfinales waren Nationalspielerin Nora Reiche (6/1) und Spielmacherin Rikke Nielsen (6/3) vor rund 900 Zuschauern beste Werferinnen für den deutschen Pokalsieger. Die ersatzgeschwächten Gastgeberinnen, bei denen im Tor Eike Bram ihr Comeback feierte, hatten in Sabrina Neukamp (8) ihre erfolgreichste Torschützin.

Lena Knipprath vertrat ihre Kolleginnen hervorragend
Foto: Christian Stein
In einer hektischen Anfangsphase brauchten beide Mannschaften ein wenig, um in die Partie zu finden. Dem HC Leipzig gelang erst im dritten Versuch der erste Treffer zum 0:1 (3.). Leverkusen, die auch auf Toptorjägerin Nadine Krause verzichten musste, erwischte jedoch einen noch schlechteren Start und nachdem Bayer unter anderem insgesamt drei Mal frei vor dem Tor an Chana Masson gescheitert war, beantragte Leverkusens Trainerin Renate Wolf beim Stand von 0:4 eine Auszeit.

Erst den zehnten Angriff konnten die Bayer Handballdamen in Person von Sabrina Neukamp zum 1:4 (10.) unterbringen. Das der HCL zu diesem Zeitpunkt selbst nur eine Angriffsquote von 40% aufwies lässt erkennen, wie gut die Abwehr im Zusammenspiel mit Lena Knipprath den Ausfall der beiden Torhüterinnen Clara Woltering (Mittelhandbruch) und Sabine Englert (Knochenabsplitterung im Daumen) kompensieren konnte.

Trotz allem zog der HCL zunächst auf 1:6 davon, ehe Bayer nach einem von Knipprath gehaltenem Siebenmeter der dänischen Nationalspielerin Rikke Nielsen endlich in die Partie fand. Trotzdem konnten die Sächsinnen den Vorsprung zunächst konstant halten, da auch Leverkusen die sich bietenden Gelegenheiten nicht konsequent nutzte.

Der Rückstand betrug weiterhin fünf Tore (4:9, 18.), bevor auch den Rheinländerinnen ein wenig Glück zu teil wurde, denn einen von Loerper geworfenen Strafwurf konnte die in der Anfangsphase überragend haltende Chana Masson nur ins Seitenaus abwehren und Bayer nutzte den darauf folgenden Angriff um zuerst auf 5:9 und später per Tempogegenstoß auf 6:9 zu verkürzen.

Die Partie verlief nun ausgeglichen, doch Bayer gelang es nicht den Rückstand aus der Anfangsphase wettzumachen. In der Deckung versuchte es nun Wolf mit einer offensiven Deckung gegen Nielsen durch Loerper, doch durch individuelle Fehler im Leverkusener Angriff konnte der HCL von 7:10 auf 7:14 (24.) davonziehen, doch danach verlief die Partie bis zum Pausenpfiff wieder ausgeglichen und so wurden beim Stand von 12:18 die Seiten gewechselt. „Wir sind einfach besser und zeigen eine geschlossene Mannschaftsleistung“, resümierte HCL-Manager Kay- Sven Hähner bereits in der Halbzeitpause.

Nach dem Wiederanpfiff hatten wieder beide Mannschaften Probleme in die Partie zu finden, doch kein Team konnte aus den Fehlern des anderen Kapital schlagen, so dass es nach 35 Minuten 14:20 stand. Dieses Mal dauerte aber die Schwächephase des HCL länger an, als die der Leverkusenerinnen und so konnte Bayer auf 17:20 (40.) verkürzen.

Bayer nutzte eine doppelte Überahlsituation, um mit Hilfe einer immer besser werdenden Lena Knipprath zunächst auf 22:24 und später sogar auf 26:27 zu verkürzen, doch der Ausgleich wollte nicht gelingen. Stattdessen leistete sich der Spitzenreiter immer wieder technische Fehler, die der Doublegewinner eiskalt nutzte, um auf 26:30 (53.) davonzuziehen. Leverkusens Trainerin versuchte noch einmal mit einer Auszeit die Hektik aus dem Angriffsspiel der Bayer Handballdamen herauszunehmen, doch am Ende stand nur eine achtbare 30:33 Niederlage zu Buche.

Stimmen zum Spiel:

Morten Arvidsson (Trainer Leipzig):
Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Leverkusen hat hervorragend gekämpft und uns immer wieder mit neuen Abwehrformationen vor Probleme gestellt. Sie haben heute bewiesen, dass sie mehr sind, als nur Nadine Krause und die beiden Torhüterinnen.

Renate Wolf (Trainerin Leverkusen):
Ich möchte vor allem Lena Knipprath und Sabrina Neukamp ein Riesenkompliment machen. Beide haben heute ein Riesenspiel gemacht. Wir waren heute auf der Torwartposition nicht schwächer besetzt. Die Mannschaft hatte zu Beginn der Partie zu viel Respekt vor Chana Masson. Nach den verworfenen freien Würfen zum Beginn der Partie schwindet natürlich das Selbstvertrauen, doch meine Mannschaft hat dann die letzten zwanzig Minuten auch mit angezogener Handbremse gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann den HCL zum Wanken gebracht und gezeigt, dass Leipzig auch schlagbar ist.





von Christian Stein - hbvf.de

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