Leverkusen gewinnt gegen Frankfurt 31:23
LEVERKUSEN Vom Hocker riss es die Zuschauer nicht gerade, was die Leverkusenerinnen gegen den Frankfurter HC zeigten. Auch wenn Bayer letztendlich verdient mit 31:23 (15:10) gewann, war es ein von technischen Fehler auf beiden Seiten dominiertes Spiel. Es bleibt dabei: Einmal für die Play-Off Spiele qualifiziert ist für Zuschauer und Mannschaft die Luft einfach ein wenig raus. Bis zum Halbfinale sind es halt tatsächlich nur noch „Pflichtspiele“. Hinzu kommt, dass Bayer verletzungsbedingt nicht nur auf Nadine Krause sondern auch noch auf Sabrina Neukamp, Claudia Bohrmann und Gesine Paulus verzichten musste und dadurch einige Positionen ein wenig durcheinander gewirbelt wurden.
Die Leverkusenerinnen kamen schlecht ins Spiel und überließen dem FHC zunächst die Vorherrschaft. Nur dank einer sehr guten Sabine Englert im Tor konnte in dieser Phase ein deutlicherer Rückstand als 3:5 beziehungsweise 5:7 verhindert werden. Erst eine Auszeit durch Trainerin Renate Wolf und eine Umstellung der Abwehrformation brachte etwas mehr Schwung ins Bayerteam. Durch einige sehenswerte Einzelaktionen glichen sie zunächst zum 8:8 aus und zogen dann auf den Pausenstand von 15:10 davon.
Trotz der eher durchwachsenen Leistung zeigte sich Wolf nicht wirklich sauer: „Ich bin eigentlich gar nicht so böse, denn wenn man im Training aufgrund der vielen Verletzten nie mit voller Besetzung spielen kann und Hütchen als Gegenspieler aufstellen muss, kann nicht alles reibungslos laufen.“ Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Fußverletzung von Anna Loerper, die sie sich im Laufe der zweiten Halbzeit zuzog, als nicht so schlimm entpuppt.
Insgesamt waren die zweiten dreißig Minuten ein Spiegelbild der ersten Hälfte. Die Ostdeutschen kamen eindeutig besser aus der Kabine und zogen schnell bis auf 15:14 heran, bevor Bayer sich langsam wieder fing und durch Anne Müller den ersten Treffer markierte. Müller, die aufgrund der dünnen Personaldecke auf die linke Rückraumposition rücken musste, zeigte eine sehr überzeugende Partie und war zudem mit sieben Treffern erfolgreichste Leverkusener Torschützin. „Am Anfang der zweiten Halbzeit haben wir viel zu viele Fehler gemacht, aber dann stand die Abwehr besser und wir konnten sogar einige richtig gute Tempoaktionen starten“, so Wolf.
Bereits am Dienstag geht es nun gegen den derzeitigen Tabellenletzten Buxtehude, bevor Bayer zum wichtigen Europapokalspiel gegen Motor Saporoshje aufbricht.
TSV Bayer 04: Englert, Woltering - Roelofsen (2), Fillgert (5), Müller (7), Loerper (5/3), Seiffert (2/1), Glankovicova (2), Ahlgrimm (3), Byl (5)
Autor: Claudia Becker