Leverkusen zieht ins Viertelfinale ein

LEVERKUSEN Grund für eine Bierdusche gab es nicht, aber trotzdem wagte Leverkusens Trainerin Renate Wolf im Anschluss an das Europapokalrückspiel gegen GAS Anagennisi Artas einen kleinen Schluck aus dem gefüllten Weizenbierglas des neuen Werbepartners. Mit zwei Siegen gegen Anagennisi erreichten die Leverkusener Handballfrauen zwar das Viertelfinale des EHF-Pokals, der Weg dorthin war jedoch  schwerer, als man im Vorfeld angenommen hatte.

Bereits im Hinspiel am Samstag, für das die Leverkusenerinnen den Griechinnen das Heimrecht abgekauft hatten und das in Bergneustadt stattfand  legte Bayer mit einem 33:27 (17:11) Sieg den Grundstein für das Weiterkommen.. „Wir haben im ersten Spiel recht souverän agiert und die Griechinnen im Griff gehabt,“ meinte Wolf. Trotzdem sah sie die spielerisch besser Leistung ihres Teams im Rückspiel. Aber auch Anagennisi steigerte sich und konnte in der Ulrich-Haberlandhalle sogar zeitweise in Führung gehen und unterlag am Ende nur knapp mit 31:29 (17:17). „Vielleicht hatten wir gedacht, dass es insgesamt etwas leichter werden würde, aber meine Mannschaft musste realisieren, dass es international schon anders zur Sache geht,“ so Wolf, „ich bin hauptsächlich froh als einzige deutsche Mannschaft noch im Wettbewerb zu sein und wir möchten dies noch möglichst lange auskosten.“

Das Rückspiel war lange Zeit sehr ausgeglichen und keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen.  Wieder einmal war es Nationalspielerin Nadine Krause, die nicht nur durch ihre dreizehn Tore schließlich entscheidend zum Leverkusener Erfolg beitrug.

Obwohl die Bayerdeckung in ihrer 3:2:1 Formation eigentlich gut agierte, entschloss sich Wolf im Laufe des Spiels die Verteidigung auf eine klassische 6:0 Deckung umzustellen und traf damit ins Schwarze. Die Leverkusenerinnen zogen daraufhin in der bis dato ausgeglichenen Partie auf fünf Treffer davon und hatten in der Folge Pech mit einigen unglücklichen Pfostentreffern. Wolf bemängelte, wie schon des öfteren in den Bundesligabegegnungen, den zu schnellen und ungenauen Abschluss ihrer Spielerinnen, nachdem sie sich den Ball hinten erfolgreich erobert hatten.

Insgesamt sahen die Zuschauer in der Ulrich-Haberlandhalle ein kampfbetontes und schnelles Spiel, das mit den Leverkusenerinnen einen verdienten (Gesamt)sieger fand. Aber auch die zahlreichen griechischen Fans konnten sehr zufrieden mit der Leistung ihrer Mädchen sein. Ihre Freude darüber äußerten sie auch lautstark als Wolf in der Pressekonferenz bemerkte, dass Anagennsisi es Bayer nicht leicht gemacht habe und man über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel hatte sehen können.   

Für Bayers Nationalspielerinnen geht es bereits am nächsten Wochenende in der Qualifikation zur Europameisterschaft gegen Norwegen international weiter. Eine Woche später trifft Bayer dann in der Bundesliga auf den FHC Frankfurt.


Autor: Claudia Becker / Rheinische Post
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