Mit einem blauen Auge davongekommen - Arbeitsssieg in Göppingen
Leverkusen - Renate Wolf hatte ihre Mannschaft tagelang eindringlich vor dem Gegner gewarnt und vor allem davor, diesen zu unterschätzen. Doch scheinbar haben die Bundesliga-Handballerinnen von Bayer 04 Leverkusen die Worte ihrer Trainerin diesmal nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit registriert und verarbeitet. Wie schon im Hinspiel in eigener Halle, taten sich die Leverkuseninnen nun auch bei FrischAuf Göppingen ausgesprochen schwer und kamen mit Ach und Krach zu einem 28:26 (14:13)-Erfolg. "Es sah ganz so aus, als hatten einige doch einen Selbstläufer erwartet, der es nun wirklich nicht wurde. Möglicherweise hatte diese Vorstellung auch mit Karneval zu tun", erklärte Renate Wolf, ohne jedoch näher auf den letzten Teil dieser Aussage eingehen zu wollen.
Bayer tat sich von Beginn an schwer gegen die sehr kampfstarken Göppingerinnen, die sich offenbar fest vorgenommen hatten, für eine Überraschung zu sorgen. Dass es dazu nicht kam, lag insbesondere an den beiden Leverkusener Torhüterinnen. Clara Woltering parierte etliche Würfe der Gastgeberinnen, die alle schon im Netz gesehen hatten und stärkte ihrem Team damit immer iwder in ganz wichtigen Phasen den Rücken. Für Siebenmeter wurde dann Lena Knipprath eingewechselt, was sich auch bezahlt machte. Die junge Torfrau, die in der Hauptsache in der Regionalliga-Mannschaft zwischen den Pfosten steht und diesmal die verletzte Sabine Englwert vertrat, hielt nämlich gleich drei davon. "Ohne die beiden hätte es auch anders aussehen können", so Wolf.
Weiterhin brillierten Nadine Krause und Denisa Glankovicova, die zusammen immerhin 17 Treffer erzielten. Vor allem die Slowakin überraschte sehr positiv, war sie es doch, die nach den Ausfällen der beiden etatmäßigen Rechtsaußen Sabrina Neukamp und Claudia Bohrmann die verwaiste rechte Außenbahn einnahm und dort stets für Unruhe in der gegnerischen Abwehrreihe sorgte. Und glücklicherweise kapierte die komplette Mannschaft spätestens nach dem 20:21-Rückstand in der 47 Minute, dass es diesmal nur über den Kampf gehen konnte. Wolf hatte wieder von 3-2-1-Deckung auf eine humorlose 6-0-Abwehr umgestellt. "Von da an stand auch die Defensive so, wie ich mir das vorstelle. Ich bin letztendlich mit dem Ergebnis zufrieden, nicht aber mit unserer Leistung". meinte die Trainerin abschließend.
Bayer 04: Woltering, Knipprath - Fillgert (2), Krüger, Loerper (3/2), Seiffert (5/2), Glankovicova (6), Müller, Krause (11), Byl, Ahlgrimm (1), Roelofsen.
Autor: Frank Graf