Mit einem Kraftakt ins Halbfinale
Die Handballdamen von Bayer 04 stehen im Halbfinale des EHF-Pokals. Gegen Motor Zaporoshye gewann das Team von Trainerin Renate Wolf das Rückspiel in der Ulrich-Haberland-Halle mit 25:23 und setzte sich so nach der 26:27 Hinspielniederlage denkbar knapp durch.
Von Beginn war es das erwartet spannende Spiel: Beide Mannschaften schenkten sich nichts und besonders die Ukrainerinnen gingen hart zur Sache. Die erste kritische Phase mussten die Gastgeberinnen nach 16 Minuten überstehen: Nach zwei Fehlwürfen und einer Zeitstrafe gegen Bayer 04 konnte Zaporoshye mit 8:10 in Führung gehen. Doch noch vor der Pause kamen die Elfen zurück und drehten unter anderem durch zwei Siebenmeter von Michaela Seiffert den Spieß wieder um. In die Halbzeit ging es mit einem 14:12.
Im zweiten Durchgang erwischte Bayer 04 den deutlich besseren Start, hielt zunächst den zwei Tore Vorsprung und konnte ab der 36. Minute mit einem 5:0 Lauf auf 20:14 davonziehen. Die rund 400 Zuschauer in der Ulrich-Haberland-Halle atmeten vorerst durch, wähnten sich aber zu früh auf der sicheren Seite. In den folgenden Minuten schmolz der Vorsprung langsam dahin: Neun Minuten vor Schluss führten die Bayer 04-Elfen nur noch mit einem Tor. Doch Torhüterin Sabine Englert hatte sich im gesamten zweiten Durchgang gesteigert, lief zu Weltklasseform auf und behielt auch in der Schlussphase ruhigen Kopf.
Die Bayer 04-Elfen konnten sich so wieder etwas Luft verschaffen, dennoch wurde es in der letzten Minute noch mal richtig spannend. 30 Sekunden vor Schluss stand es 25:23 und bei einem weiteren Treffer für Zaporoshye wäre es in die Verlängerung gegangen. Zu allem Überfluss sah Lyn Byl noch die rote Karte.
Der eigene Angriff wurde wegen Zeitspiels abgepfiffen, doch den schnellen Gegenangriff der Gäste konnte Nadine Krause abfangen und danach war nur noch Jubel angesagt.
„Mir ist ein ganz großer Stein vom Herzen gefallen, das war ein hartes Stück Arbeit gegen eine Klassemannschaft und ich bin stolz auf meine Mannschaft“, ließ Trainerin Renate Wolf ihren Emotionen nach Spielende freien Lauf.
Sonderlob verteilte Wolf für Torhüterin Sabine Englert, für die wichtigen Tore von Michaela Seiffert und für die tolle Abwehrleistung von Anne Müller.
Fürs Halbfinale könne Sie sich nicht auf einen Wunschgegner festlegen, sie traue ihrer Mannschaft alles zu.
Bayer 04: Englert, Woltering – Filgert (1), Roelofen (1), Müller (2), Seiffert (8), Glankovicova (2), Krause (8), Neukamp, Ahlgrimm (2), Loerper (1), Byl
Autor: Christian Schulze