Unterschätzen verpönt
Leverkusen - Es war ein rundum gelungener und absolut überzeugender Auftritt, den die Bundesliga-Handballerinnen von Bayer 04 Leverkusen am letzten Samstag beim Schweizer Meister Spono Nottwil ablieferten. Dass sie jetzt noch nach dem 39:20 im Hinspiel scheitern werden, glaubt wohl niemand ernsthaft. Dennoch nehmen die Leverkusenerinnen das Rückspiel (Samstag, 18 Uhr, Haberland-Halle) durchaus ernst. „Man kennt doch die Geschichte mit den Pferden vor Apotheken. Wir werden die Sache ganz bestimmt nicht lax angehen, das sind wir allein schon unseren Fans schuldig“, erklärt Leverkusens Trainerin Renate Wolf und deutet damit an, dass sich niemand auf der Bayer-Bank schon beim Anpfiff zurücklehnen wird.
Die Gäste aus dem Land der Eidgenossen werden ebenfalls ihr Scherflein zum Gelingen eines sehenswerten EHF-Cup-Abends beitragen wollen. „Wir fahren nicht die weite Strecke, um uns in Leverkusen abschlachten zu lassen. Spiele gegen solch starke Gegner bringen uns weiter, deshalb wollen wir viel lernen und dabei dagegenhalten“, verspricht Nottwils Coach Peter Joller kämpferisch. Viel zum Lernen gab es für ihn und sein Team schon vor Wochenfrist: „Leverkusen war uns in allen Belangen überlegen. Gegen deren starke Physis waren wir einfach chancenlos.“ Das alles führte sogar dazu, dass das fachkundige Publikum unter den gut 800 Zuschauern den Gästen objektiv Beifall zollte. Ob auch am Samstagabend in erster Linie die Leverkusener Nicht-Nationalspielerinnen zum Einsatz kommen werden, ließ Renate Wolf offen: „Das kann man nicht planen. So etwas muss aus der Situation heraus entschieden werden.“ Auf jeden Fall könnte Team-Kapitänin Heike Ahlgrimm wieder mitwirken, die zuletzt wegen anstehender Prüfungen Sonderurlaub bekam. Auch alle anderen Spielerinnen sind fit und warten auf Spielzeit, ehe dann im Achtelfinale wohl ein stärkerer Gegner wartet.
Am Sonntagnachmittag (16 Uhr) setzen auch die Regionalliga-Handballerinnen von Bayer 04 die Saison mit einem Heimspiel gegen VT Kempen fort. Das Team von Trainerin Meike Neitsch hat in den letzten Partien des vergangenen Jahres nicht überzeugt und sich zwischenzeitlich einige schärfere Ansprachen von Neitsch anhören müssen.
Autor: VON FRANK GRAF