Woltering ist Sieggarant bei Leverkusener Sieg über Trier
Die Szene musste so passieren. Die Schlusssirene war noch nicht ganz verklungen, als sich die ersten Spielerinnen schon auf Clara Woltering stürzten, um sie zu herzen. Sie wussten nämlich genau, bei wem sie sich in allererster Linie zu bedanken hatten. Die Bundesliga-Handballerinnen von Bayer 04 Leverkusen besiegten nach einer bemerkenswerten Energieleistung die DJK/MJC Trier mit 30:23 (13:12) und haben dabei bewiesen, dass sie nach der Niederlage in Nürnberg unter der Woche rechtzeitig die Köpfe frei bekommen haben.
Aber ob auch ohne die famose Torfrau Clara Woltering dieser Erfolg für Leverkusen hätte gefeiert werden können, ist zumindest anzuzweifeln. "Obwohl Triers Torhüterin Alex Gräfer ebenfalls stark war, machte Clara letztendlich den Unterschied. Was sie heute parierte, war beinahe unfassbar", griff Bayers sonst eher nüchterne Trainerin Renate Wolf zu Superlativen in der Bewertung ihrer Keeperin. Aber übertrieben hatte Wolf damit nicht, denn Woltering hinterließ mit ihren Rettungsaktionen auch bei den Gegnerinnen mächtig Eindruck, die vor allem im letzten Viertel des Spielverlaufs manche Würfe gar verweigerten. Zudem riss sie mit ihren Paraden den Großteil der gut 800 Zuschauer in der zum Platzen gefüllten Haberland-Halle ein ums andere Mal von den Bänken.
Das Ergebnis vermittelt zwar einen deutlichen Erfolg der Leverkusenerinnen, doch dieser war wirklich hart umkämpft. "Erst so um die Mitte der zweiten Halbzeit riss meine Mannschaft das Ruder zu ihren Gunsten herum, fand über den Kampf zum Spiel. Sie hat sich das selbst erarbeitet, ich brauchte kaum etwas dazu beitragen", meinte Renate Wolf, die sich in der Schlussphase sogar über etliche Kabinettstückchen ihrer Schützlinge freuen durfte. Daran war in den 45 Minuten zuvor gar nicht zu denken. Die als kampfstark bekannten Trierinnen hielten jederzeit dagegen und verlangten den Gastgeberinnen alles ab.
Die Defensivabteilung bei Leverkusen stand diesmal außerordentlich sicher, was ein weiterer Schlüssel zum Erfolg war. Wolf hatte im Vergleich zum Nürnberg-Spiel umgestellt und ließ wesentlich offensiver und dadurch auch aggressiver verteidigen. "Meine Mädels sollten schon früh das Deo der Angreiferinnen riechen", erklärte die Trainerin. Und dennoch dauerte es bis weit in den zweiten Durchgang hinein, ehe sich ihr Team von 17:15 entscheidend auf 23:18 absetzte. Nun war die Gegenwehr der DJK weitestgehend gebrochen, und es kam die Zeit der Aktionen für die Galerie. Mit vier Treffern in der zweiten Hälfte fiel auch Yvo Fillgert besonders positiv auf.
Autor: PM Leverkusen